Gaspreisentwicklung für 2019

Auch dieses Jahr werden die

Gaspreise weiter steigen!

Steigende Gaspreise: Ausblick für 2019

 

Wie viel werden Gaskunden zukünftig zahlen müssen?

 

Schon jetzt haben rund ein Drittel der Gasanbieter Preiserhöhungen von 8,4 Prozent für Dezember und Januar angekündigt (der MDR berichtete). In welche Richtung sich der Gaspreis entwickelt, hängt im weiteren Verlauf vor allem von der Weltwirtschaft ab. Zwar hat der Aufschwung der Weltkonjunktur in den vergangenen Monaten etwas an Fahrt verloren. Allerdings könnten die von den Vereinigten Staaten ausgehenden Handelskonflikte sowie die Iran-Sanktionen für einen weiteren Preisschub am Ölmarkt sorgen und damit auch die Gaspreise in die Höhe treiben – Preisveränderungen, die schnell beim Endabnehmer ankommen werden.

 

Jan Rabe, Gründer von Wechselpilot, warnt die deutschen Verbraucher: „Die angekündigten Preiserhöhungen der Gasanbieter können für Verbraucher eine unangenehme Überraschung bedeuten. Nicht nur in den kommenden Monaten, auch langfristig sollten deutsche Haushalte mit steigenden Preisen für Gas rechnen. Gerade in der aktuellen Diskussion um das Ende des Atomstroms und den Kohleausstieg wird die Nachfrage – und damit auch der Preis – am Gasmarkt steigen. Wer sich vor einer teuren Endabrechnung schützen möchte, sollte sich über einen Anbieterwechsel Gedanken machen.“

 

Steigende Gaspreise? So können Sie reagieren!

Wie können Verbraucher auf steigende Gaspreise reagieren?

 

Versorger, die den vertraglich vereinbarten Gaspreis erhöhen, sind gesetzlich dazu verpflichtet, Ihre Kunden über die Preiserhöhung zu informieren. Das geschieht meist per E-Mail oder postalisch. Durch die Preisänderung wird der bestehende Vertrag gebrochen, wodurch für den Kunden automatisch das Recht zur Sonderkündigung entsteht.

Unabhängige Stellen wie der Verbraucherschutz und das Bundeskartellamt empfehlen in solchen Fällen einen Lieferantenwechsel. Während ein einmaliger Wechsel die Gaskosten meist nur im ersten Jahr reduziert, profitieren Verbraucher, die jedes Jahr wechseln, immer wieder von neuen Bonuszahlungen und günstigeren Tarifen.

Unser Tipp:

 

 

Jedes Jahr wechseln lassen! Wer keine Lust hat, jedes Jahr selbst zu wechseln, kann unseren unabhängigen Gaswechselservice nutzen. Wir suchen kontinuierlich nach günstigeren Gastarifen und übernehmen anschließend alle Aufgaben, die mit dem Anbieterwechsel verbunden sind (Kündigung von alten Verträgen, Kommunikation mit dem Versorger, fristgerechter Wechsel).

So setzt sich der Gaspreis zusammen

Jeder private Verbraucher, der in Deutschland mit Gas beliefert wird, zahlt dafür ein bestimmtes Entgelt: den Gaspreis. Dabei ist zu beachten, dass sich der dieser Preis für deutsche Haushalte aus verschiedenen Kostenpunkten zusammensetzt:

 

  • Energiebeschaffung, Vertrieb, sonstige Kosten und Marge
  • Steuern (Gas- und Mehrwertsteuer)
  • Konzessionsabgabe
  • Netzentgelte
  • Messungen und Messstellenbetrieb

 

 

Die Liberalisierung am Gasmarkt

Die Liberalisierung der Gasbranche begann 1998 mit der Energierechtsnovelle, die deutschen Verbrauchern die freie Wahl ihres Gasanbieters ermöglichen sollte. Im Gegensatz zu der schnellen Entwicklung auf dem gleichzeitig liberalisierten Strommarkt tat sich auf dem Gasmarkt lange Zeit nichts. Eine fehlende Regulierungsbehörde sowie komplizierte Mechanismen verzögerten die Öffnung des Marktes für neue Unternehmen. Erst einige Jahre später wurde die tatsächliche Liberalisierung auf Druck des Europäischen Gerichtshof vom Bundeskartellamt forciert. Zum 1. April 2006 konnten private Gaskunden ihren Versorger wechseln und sich für einen alternativen Anbieter ihre Wahl frei entscheiden.

 

Die Gaspreisentwicklung in den letzten Jahren

Nachdem der Gaspreis für Endverbraucher zwischen 2000 und 2010 stark stieg, setzte danach eine Zeit der Preisstabilität ein. In den vergangenen Jahren, zwischen 2010 und 2018, lässt sich sogar ein leichter Abwärtstrend erkennen, der nur von kurzzeitigen Schwankungen unterbrochen wurde. Ausschlaggebend für den Trend waren stabile, teilweise sinkende Preise für Erdgas, das aus Nordwegen und Russland importiert wurde. Während Importeure im Jahr 2013 noch rund 2,65 Cent pro kWh gezahlt hatten, wurden vier Jahre später Preise von unter 1,70 Cent pro kWh erreicht.

 

Der Grund: das große Angebot auf dem internationalen Markt. Katar stieg quasi über Nacht zu einem der weltweit wichtigsten Exporteure von verflüssigtem Erdgas auf. Auch bereits aktive Förderländer wie Norwegen, Russland oder die Vereinigten Staaten erhöhten ihre Kapazitäten teils deutlich.

 

Keine sinkenden Gaskosten!

 

die Verbraucher profitierten jedoch nicht im erwarteten Umfang von den gefallenen Rohstoffpreisen. Anbieter gaben Preissenkungen nur verzögert und zudem nicht vollständig an ihre Kunden weiter.

 

Gleichzeitig stiegen auch die Netzentgelte im Zeitraum zwischen 2009 und 2017 leicht: Während private Verbraucher 2007 im Schnitt noch 1,2 Cent pro kWh an Entgelten zahlten, waren es 2017 rund 1,5 Cent pro kWh.

 

Hinzu kommen regionale Unterschiede. So lagen die Verbraucherpreise in den neuen Bundesländern lange Zeit deutlich höher als in den alten Bundesländern. In großen Städten wie Berlin oder Hamburg sind die Kosten ebenfalls meist niedriger als auf dem Land. Die Gründe: stärkerer Wettbewerb sowie geringeren Kosten für die Infrastruktur.

 

Ein wichtiger Faktor: Die Ölpreisbindung

Infolge der begrenzten inländischen Gasvorkommen findet die Förderung von Erdgas in Deutschland nur sehr eingeschränkt statt. Über 90 Prozent werden aus dem Ausland importiert. Importe stammen größtenteils aus Russland, Norwegen und den Niederlanden, wobei Russland etwa ein Drittel des deutschen Bedarfs abdeckt.

 

Eine Folge dieser Importabhängigkeit: der enge Zusammenhang zwischen Gas- und Ölpreis, der in der Ölpreisbindung begründet liegt. Als sich in den 1960er Jahren viele Produzenten entschlossen, neben Öl auch Gas zu fördern, wurde die Preisbindung als Vereinbarung zwischen Produzenten und Versorgern getroffen, um

 

  • notwendige Investitionen für die neue Erdgasförderung zu decken,
  • einen Konkurrenzkampf zwischen Öl und Gas zu verhindern und
  • für langfristig stabile Erdgaspreise zu sorgen.

 

Während Lieferanten durch die Preisbindung also eine Garantie für ihre Investitionen in den Aufbau der Infrastruktur erhielten, sollten Kunden durch die Kopplung für Gas nicht mehr bezahlen als für Öl. Lange Zeit galt der Ölpreis als Richtwert, der mit einem zeitlichen Abstand von etwa sechs Monaten den Gaspreis beeinflusste. 2008 geriet die Ölpreisbindung verstärkt in die Kritik: Nachdem im Sommer die Rohölpreise in bislang unbekannte Höhen schossen, zog der Gaspreis nach und explodierte ausgerechnet zu Beginn der kalten, heizintensiven Jahreszeit. Zwar sorgte die im Winter 2008 einsetzende Finanzkrise für weltweit fallende Ölpreise – durch den zeitlichen Verzug profitierten Verbraucher davon allerdings erst im Frühjahr 2009, als es wieder wärmer wurde.

 

Ein Jahr später erklärte der Bundesgerichtshof die ausschließliche Preisbindung in Verträgen zwischen Versorgern und Privatkunden für unwirksam. Dennoch gilt: Die Ölpreisbindung wurde nicht grundsätzlich gekippt. In Lieferverträgen zwischen ausländischen Produzenten und deutschen Versorgern kann die Bindung weiterhin enthalten sein, darf aber nicht alleinige Grundlage für Preisanpassungen für Endkunden sein. Aktuell beeinflussen Ölpreisveränderungen etwa zu 30 % den Gaspreis.

 

Wodurch entstehen Gaspreisschwankungen?

Steigende Gaspreise

 

Ölpreisbindung und Importabhängigkeit sind nur zwei Faktoren, die den Gaspreis direkt und oftmals recht abrupt beeinflussen. Auch das Wetter und Klimaveränderungen in unseren Breitengraden haben Auswirkungen auf den Gaspreis. Nach einem trockenen, heißen Sommer steigen die Preise regelmäßig. Der Grund liegt darin, dass die Flussschifffahrt aufgrund niedriger Wasserstände weniger Kohle transportieren konnte und vermehrt gasbetriebene Stromkraftwerke in Betrieb sind.

Sinkende Gaspreise

 

Demgegenüber stehen Auswirkungen neuer Fördertechnologien auf das weltweite Angebot. Beispielsweise sind die Vereinigten Staaten durch Fracking (Förderung von Gasvorkommen in Gesteinsschichten durch künstlich gebohrte Fließwege) sehr schnell zu einem der größten Erzeuger von Erdgas aufgestiegen. Ebenfalls kommt es zu sinkenden Gaspreisen, wenn die Weltwirtschaft weniger rasant wächst und Überangebote am Markt einer sinkenden Nachfrage gegenüberstehen. Gleiches gilt übrigens, wenn in den Ölförderregionen der Welt politischer Frieden herrscht. Die Ölpreisbindung sorgt dann dafür, dass sich der Preis für Erdgas in Deutschland entspannt.

 

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